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3. Mai, Tag der Pressefreiheit – diese 3 Ernährungsskandale wurden von Journalisten aufgedeckt

Pressefreiheit. Wir halten sie für selbstverständlich, aber die letzten Jahre haben bewiesen, dass Journalisten auch in Europa nicht ungefährlich leben. Die Nordirin Lyra McKee wurde 2019 bei Unruhen in Derry getötet. 2018 wurde der Slowake Ján Kuciak wegen seinen Nachforschungen zu den kriminellen Machenschaften zwischen dem italienischen Syndikat ‘Ndrangheta und der slowakischen Regierung ermordert.

Pressefreiheit ist ein hohes Gut in jeder Gesellschaft. Man kann sie vielleicht mit dem Haarnetz in einer Großküche vergleichen – wenn man sie hat, bemerkt man sie kaum, doch wenn sie fehlt, schwimmt oft mehr als nur ein Haar in der sprichwörtlichen Suppe

Um die Wichtigkeit der Pressefreiheit und die Arbeit der Journalisten zu feiern, wurde im Dezember 1993 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen der Welttag der Pressefreiheit eingeführt. Wir begehen ihn jedes Jahr am 3. Mai.


Im Rahmen des Tags der Pressefreiheit gedenken wir nicht nur der Journalisten, die für ihre Arbeit ihr Leben ließen. Wir nutzen ihn auch, um uns daran zu erinnern, dass öffentliche Medien die vierte Gewalt im Staat sein sollten. Jahr für Jahr betonen unsere Politiker das in Presseaussendungen. Fakt ist aber, dass wir im internationalen Ranking von Platz 11 auf Platz 18 abgestürzt sind. Ein Hinweis auf die politischen Entwicklungen in Österreich.

Ohne Journalisten und Medien würden viele Vorgehensweisen von großen Firmen, einflussreichen Persönlichkeiten und unbekannten Hintermännern nie ans Tageslicht kommen. Um uns das in Erinnerung zu rufen, haben wir drei Ernährungsskandale der letzten Jahre zusammengetragen, die dank der Nachrichten unsere Aufmerksamkeit erlangt haben.


Denn Tatsache ist: Die wichtigsten Informationsquellen über Lebensmittelskandale sind Nachrichten im Fernsehen, die in einer Studie von 86% der Befragten für wichtig oder sehr wichtig gehalten werden. An den weiteren Stellen folgen Informationen in Tageszeitungen (79%) [und] Radiosendungen (72%).“ (Quelle: Cora Orlamünder in Du bist was du isst. Wissen wir noch, wer wir sind?, Seite 67)

1. Die missbrauchten Erntehelferinnen Europas

Die beiden Journalistinnen Pascale Müller und Stefania Prandi recherchierten monatelang in Spanien, Marokko und Italien, um das Leid der Erntehelferinnen zu enthüllen.

„Sexuell belästigt, beleidigt, vergewaltigt – das ist der Alltag für tausende Erntehelferinnen in Europa. Sie ernten Tomaten und Erdbeeren, die in deutschen Supermärkten als „sicher und nachhaltig“ verkauft werden. Doch die Verantwortlichen kommen ungestraft davon.

Hier gehts zum ganzen Artikel.



2. Der Aflatoxin-Skandal 2013

Aflatoxin ist ein Gift aus der Stoffwechselproduktion von Schimmelpilzen. Er kommt beispielsweise in Mais vor. Ist der Mais besonders belastet mit Aflatoxin, und wird er an Kühe verfüttert, dann kann man das Gift auch noch in der Milch nachweisen. Die EU erlaubt, dass Lebensmittel mit 0,05 Mikrogramm Aflatoxin pro Liter Milch belastet sind. In Serbien wurde diese Zahl weit überschritten, aber von der serbischen Regierung geleugnet.

„Alle sind schuld – außer den Ministern“, umschreibt die Zeitung Blic das Krisenmanagement der Regierung. Deren Beteuerungen schenken die Verbraucher indes immer weniger Glauben. Quelle

Mais aus Serbien, der mit dem Schimmelpilzgift Aflatoxin belastet war, wurde außerdem nach Deutschland und in die Niederlande geliefert.



3. Immer wieder Gammelfleisch

Verdorbenes Fleisch wird weltweit immer wieder den Konsumenten vorgesetzt, von Brasilien (2017) bis Deutschland (2004 bis 2007). Im Falle Brasiliens ist das verdorbene Fleisch sogar bis in die EU gereist. Dank Lebensmittelkontrollorganen, die ihre Funde an die Medien weitergeben, werden diese Missstände aufgedeckt. Erst 2019 gab es wieder einen Fall von Gammelfleisch in der Steiermark. Noch dazu bei einem Betrieb, der schon 2015 negativ aufgefallen ist.


Das führt uns zu ...


Bonus-Skandal: Tierquälerei auf Schlachthöfen in Österreich 2015

Journalisten und Journalistinnen schleusten sich in 20 österreichische Schlachthäuser mit Kameras ein und dokumentierten, was sie sahen.

Das österreichische Tierschutzgesetz regelt die Schlachtung. Dort steht, dass die Tiere von ungerechtfertigten Schmerzen, Leiden, Schäden und schwerer Angst verschont bleiben sollen. In Wirklichkeit stehen in den meisten Betrieben Schläge, Elektroschocks und brutalste Behandlung an der Tagesordnung. Oftmals werden die Tiere zur Schlachtung regelrecht gefoltert! Quelle

Dank des Videomaterials gab es Anzeigen gegen alle Schlachthofbetreibenden. News hat intensiv berichtet.


Unser Fazit

Die Medien spielen eine große Rolle darin, was zu einem Skandal wird, und was nicht. Wir sprechen uns dafür aus, dass tatsächliche Missstände ein angemessenes Rampenlicht bekommen. Das ist es, worum es beim Tag der Pressefreiheit geht. Nicht um Boulevardisierung und scheinheilige Empörung, sondern um die Offenlegung von Zuständen, die Mensch und Umwelt nachhaltig Schaden zufügen.



Artikel von Christine Schäffer


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